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Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude vom 27.09.2006 Haus der Dommusik Aachen Gedichte Manfred H. Freude Tabelle 1. Ansprache Einleitungseröffnung 2. Keine Gedichte Keine Genichte Alles Gedichte 3. Tödlicher Frieden 4. Schöne Kriegsbilder 5. Für die Menschen Sprechen 6. Frag mich im August 7. Eiskalt 8. Im April Paulownia Denkheft und Schreibmal 9. Spiel nicht erhabenschön 10. Eisloch 11. Kein Weg zusammen 12. Nachmittage im Anvers 13. Neuanfang 14. Amtsweg Treibsand und Lianen 15. Katze 16. Die verletzte Katze 2006-09-26 17. A-moll 18. Athikte 19. Cielo himmelblau Sonne Meer Mallorkinische 20. Ein Wolkenstreif am Himmel 21. Fernstrand 22. Kämest du wieder 23. Lied des Meeres 24. Meer und Insel 25. So bin ich hier 26. Soviel Sand 27. Süden meines Südens 28. Täglich Bild 29. Hilf mir 30. Mir zu dir 31. Flügelschlag 32. Zu Gott zurück H18 33. Innern der Muschel H18 34. Nakahara Nantenbo I + II H18 35. Sympathie H19 36. Tiefblaues Ledersofa H19 hiernach 10 Min. Pause 37. Kind PROSA PROSA: H18 38. Kaffee Satz H20 39. Nichts II H20 40. Rosenerstottertes H20 41. Sagen wir Licht H20 42. Traumentflohen H20 43. treten wir aus allen Spuren H20 44. Ungeliebte H20 45. Unvergessen H20 46. Zerbreche H20 47. Zuletzt H20 48. Destillation H21 49. Jenseits der Brücken 50. In dessen Sprache 51. Schaumkronen 52. Wie wir uns treffen 53. 1. Psalm 54. Augen auf 55. Kälte 56. Es brennt 57. Niemand schlägt uns wieder 58. Zweiter Stock 59. Eisiger Vers 60. Schwach 61. Das Ende von Etwas 62. Quellen über den Quellen 29.08.06 63. Regen im Fluss 29.08.06 64. Scheinheilig vergangen 65. Man ist allein 66. Entfliehen Escape 67. Es ist alles 68. Es ist Zeit 69. Sisyphus 70. Steinverschlossenes 2006-09-03 71. Die Blätter der Kastanie 2006-09-26 72. Die Welt ist eine Scheibe Postkarte Die Lesung dauerte 2 x 35 Min und 10 Min Pause Gedichte Die Welt ist eine Scheibe! Je stärker es dahinter dunkelt spiegelst du dich, erkennst du deine Seele – im Gedicht Mein Gedicht ist eine Scheibe Mein Gedicht ( als Welt ) ist eine Scheibe ( aus Glas ) Ich bedeute ( durch ) die Scheibe Man erkennt, glaubt, sieht ( Theorie, Wissen ) durch diese Scheibe. Mein Gedicht ( die Welt ) ist - - „das sich in dieser Scheibe Spiegelnde „ ( Doxa, Meinung ) Das Deutbare ist nicht Eindeutig, nicht Begrifflich. Lese meine Gedichte: Reflektiere, bilde die Ausnahme, empfinde, betone. Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude vom 27.09.2006 Haus der Dommusik Aachen Gedichte Gedichte EDITION FREUDE G E D I C H T E GEDICHTE aus einer Hand Manfred Hubert Freude Aachen Erste Gedichte 1968. Neuere Gedichte ab 2002; ab 2003 erste Internetveröffentlichungen Gedichte, Gegenwartslyrik, Lyrische Texte, Heiku, Zitate, Storys, Essays, Kurzgeschichten, Escapistenlyrik Debüt 2005 Lyrikband: Keine Genichte – Alles Gedichte Schreibt über WORTE, über Gedanken, über Zeit und Zeiten, über Tod, Abschied und Einsamkeit und den WEG – SINN - Liebe – Kunst – Vergänglichkeit – Chorgesang – Politik – Hoffnung – Leben Homepage: www.myblog.de/freude Hompage: www.gedichtefreude.beeplog.de Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude am 27.09.2006 Haus der Dommusik Aachen Gedichte Gedichte EDITION FREUDE Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude vom 27.09.2006 Haus der Dommusik Aachen Gedichte Gedichte Impressum: Copyright: Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude vom 27.09.2006 Haus der Dommusik Aachen Gedichte © 2006 MANFRED H. FREUDE Verlag: Engelsdorfer ISBN: Bibliographische Information der Deutsche Bibliothek Gedichte von Manfred H. Freude Das Urheberrecht und das Copyright liegt beim Autor Druck und Bindung: Engelsdorfer Verlag Moderation Hartwig Mauritz Literaturbüro Aachen Fotos: Livemitschnitt: 73. Keine Gedichte Keine Genichte Alles Gedichte 74. Tödlicher Frieden 75. Schöne Kriegsbilder 76. Für die Menschen Sprechen 77. Frag mich im August 78. Eiskalt 79. Im April Paulownia Denkheft und Schreibmal 80. Spiel nicht erhabenschön 81. Eisloch 82. Kein Weg zusammen 83. Nachmittage im Anvers 84. Neuanfang 85. Amtsweg Treibsand und Lianen 86. Katze 87. Die verletzte Katze 2006-09-26 88. A-moll 89. Athikte 90. Cielo himmelblau Sonne Meer Mallorkinische 91. Ein Wolkenstreif am Himmel 92. Fernstrand 93. Kämest du wieder 94. Lied des Meeres 95. Meer und Insel 96. So bin ich hier 97. Soviel Sand 98. Süden meines Südens 99. Täglich Bild 100. Hilf mir 101. Mir zu dir 102. Flügelschlag 103. Zu Gott zurück H18 104. Innern der Muschel H18 105. Nakahara Nantenbo I + II H18 106. Sympathie H19 107. Tiefblaues Ledersofa H19 108. PAUSE 109. PROSA: Kind H18 110. Kaffee Satz H20 111. Nichts II H20 112. Rosenerstottertes H20 113. Sagen wir Licht H20 114. Traumentflohen H20 115. treten wir aus allen Spuren H20 116. Ungeliebte H20 117. Unvergessen H20 118. Zerbreche H20 119. Zuletzt H20 120. Destillation H21 121. Jenseits der Brücken 122. In dessen Sprache 123. Schaumkronen 124. Wie wir uns treffen 125. 1. Psalm 126. Augen auf 127. Kälte 128. Es brennt 129. Niemand schlägt uns wieder 130. Zweiter Stock 131. Eisiger Vers 132. Schwach 133. Das Ende von Etwas 134. Quellen über den Quellen 29.08.06 135. Regen im Fluss 29.08.06 136. Scheinheilig vergangen 137. Man ist allein 138. Entfliehen Escape 139. Es ist alles 140. ES IST Zeit 141. Sisyphus 142. Steinverschlossenes 2006-09-03 143. Die Blätter der Kastanie 2006-09-26 144. Die Welt ist eine Scheibe Postkarte Gedichte gelesen 2 x 35 Min und 10 Min Pause Keine Gedichte Dies sind keine Gedichte Ungeschrieben Ungelesen Ungespurt im Sprachzentrum Nichts im Ewignichts Gehörloses Wortspinnennetz ohne Kopf Dies sind keine Gedichte gefüllter Zeilen im Trauermarsch Schmetterlinge flattern über Gräbern im Dauerschlaf Jetzt sollst du träumen und in Gedichte fliehen Dies sind keine Gedichte Ungeschrieben Ungelesen Ungespurt auf diesem nackten Blatt Papier unschuldig weiß Dies sind keine Gedichte die als Gedichte kommen und wortlos gehen und spurlos verschwinden TÖDLICHER FRIEDEN Tödlicher Frieden der tauben Panzer die rollen und rollen nicht wissend wohin noch woher und in den Straßen und auf den Plätzen spielen Kinder der Landser mit Holzpferden und Steinkreuzen Die Armen und die Doofen sind geblieben die Anderen zog es zum Meer wo man den Horizont noch sieht Den Horizont der Einem so fehlt Ihr Lacher lacht noch lächerlicher Glaubt ihr weil ihr im Blut gebadet ganz getaucht in schwarzem Blut ihr wäret unverwundbar: wunderbar Hört ihr nicht die Wellen rufen singend seht ihr nicht die Wälder brennen fressend warum schweiget ihr noch die Natur wird’s richten meint ihr: hinrichten SCHÖNE KRIEGSBILDER blicke der menschen vergeblich gestorben wenn sie getroffen mit kameras stafeleien und bleistiften kommentatoren des elends war es das wert das sie riechen schreien starben von hass fieber liebe tod vor unseren karikaturen die wir als erste bewahrten bilder von amateuren des abenteuerurlaubs bilder der skelette aus afrika bilder der sexopfer aus asien seht: schaut die ansehnlichsten gewaltigsten bilder bei häppchen und perlwein zu vernissagen malen wir den sterbenden christus mit aller grausamkeit auf die leinenwände der t-shirts es ist nicht vergeblich gestorben wie skelette sexopfer nicht vergeblich gestorben -: un-menschlich in unseren augen-: die viel ertrugen morgen tanzen wir auf den schlachtfeldern neue tempel bauen wir auf gräbern wenn unsere augen am elend erstarren erstarrt auch das unmenschliche das schöne Für die Menschen sprechen Für die Menschen sprechen - Stimmen der Sprachlosen der Stummen die wortlosen Schweiger die mundlosen Gesichter Für die Menschen sprechen – die bodenlos am Abgrund stehenden Verlierer Die nicht über Wasser gehenden stehen bis zum Hals im Fluss Für die Menschen sprechen – als Sprecher der verfolgten der Entleibten aus den Käfigen der Schädelgebeine denen das Wort wortlos entzogen Frag mich im August Frag mich im August Sommerende, im letzten Sonnenblick Ich war nie fort wie Schnee und Eis meine Haut im Sommerwind Groß ist der Himmel im Goldfischglas immer neue Inseln ohne Land Frag mich im August Das Gute ist so winzig nur was Schlecht ist das bleibt Groß. Jede Pore stürmt meine Haut im Sommerwind Frag mich im August ich war nie fort war einsam war allein unter den Menschen Noch spurt der Sommer Alles bleibt Erinnern Frag mich im August Wartend, wie Wind und Wolken meine Haut im Sommerwind Spiel ich noch einmal mit den Schlangen und singe den bodenlosen Ton mit Allen Welche Nachricht bringt der Dornenvogel an diesen Sommer? Nur Erinnern. Frag mich im August EISKALT Eiskalt dieses Leben unerkannt bleiben Illusion und Glaube Viele Schichten von Geschichten zur Geschichte Vom Ursprung zur Distanz Beugen wir uns noch an der Quelle trinkend von Erinnerungen Ursprünglich von tiefem Grund Geburten folgend ohne Eingriff ohne Götter Neuen Bedeutungsschichten Der schöne Krug noch den wir zur Quelle trugen gibt Kraft weiter zu leben Es ist der Quell der unter vielen unentdeckten Schichten unzerstörbar weiterfließt ungetrübt noch mit sich selber spielt Im April ( Paulownia ) Wenn die Paulownia blüht werde ich wieder älter sein Mein Fluch ist meine Angst Alles geht und alles bleibt wie das >ich liebe dich< wie die Treue zwischen Zorn und Zorn Meine Augen hängen in den Zweigen Wangen an den Blüten Vor der Mondfrau werde ich behüten Atmen in des Baumes Stöhnen wie das >ich liebe dich< wie diese Paulownia blüht Mein Fluch ist meine Angst Schuld zwischen den Schulterblättern Unter mir das Latein der Angeber An den Stamm gelehnt im Jubel wie das >ich liebe dich< wie das Tödliche unter den Worten Nebel über den Wiesen über dem Meer schöne Tage im Blühen der Paulownia Bald werde ich älter sein dann pfeifen sie wieder die Gassenhauer wie das >ich liebe dich< wie das Bleiben bis die letzte Blüte verblüht Spiel nicht erhabenschön Unbeugsam wie Gras du, das Licht senkrecht unter deinen Füßen vier Kerzen der Rede kein Baum kein Auto kein Haus das geht auch Du spiele nicht mit den Sonnenkindern Sei ernst im Blick bei der Sache unbeugsam wie Moos an Betonwällen Unter Schnee und später unter Blau Spiel nicht erhabenschön Spiel nicht erhabenschön Eisloch Es ist kälter geworden am Eisloch auch der Himmel hat die Farbe der Kälte Die Eingeweide der ausgenommenen Fische frieren in den vollen Eimern Nur wer die Zeit mitgebracht hat findet diesen Winter sein Glück im See Im Blick auf das Loch wechseln die Schatten es schlafen nicht die Fische, nicht die Menschen Es ist kälter geworden am Eisloch auch der Himmel hat die Farbe der Kälte Die Weiden trauern am Rand des Sees Dort steht ein Dichter im Schneegestöber Er rezitiert den Faust über den See Die Fische verziehen sich tiefer vor Schmerz Wieviel Faust können Fische im eiskalten Wasser ertragen Wieviel Kälte speichert ein gefrorener See Einsamkeit auf der Eisfläche, voller Ekel vor der Welt auch der Himmel hat die Farbe der Kälte Kein Weg zusammen kein ich und kein du Ein letztes mal schwinkende Tage ein letztes mal und das ewige Du ein letztes mal und dann tiefere Lage Es - : im blütenbekränzten meerversunkenen Du Ein letztes mal ein menschliches Räuscheln es fragt um erhabene Ruh und draußen bleibt ein ständiges Meucheln letzte Blätter decken golden das DU Was fragt noch Vergangen was hält noch am Sein es kam und ist gegangen es war für euch und ist mein Ein letztes Mal schwinkende Tage Ein letzter Augenblick Ruh – noch einmal die alte Klage Kein Weg zusammen, kein ich und kein Du Nachmittage im Anvers Stille Nachmittage im Anvers; Kleine Tische nicht tragend – aller treuen Worte und das Trennende Deutungen aus Göttern mit einem - du kennst doch - antworten gefallen aus fetten Spiegeln Das Sehen durch bleiche Scheiben verbindet mit fließender Welt Schalenweise Geistreiches eingeschenkt Wie es ist: etwas rausgeschlürft Mit draußen lauter schwammigem Regen Mit Dienlichkeiten verschmolzen und einem Lachen Freitage, die kurz vor Wochenenden gingen oder dem Weinen der Scheiben – ohne anzuklopfen Neuanfang Es ist als sei Etwas geschehen Als träte ein Bild aus dem Rahmen Eine Reflexion des Zweckmäßigen – Schön zwischen Gefühl und Lust Etwas hat sich hier verändert: Nun Zeichen die sich lösen Von den Blättern und Bildern Es ist als sei Etwas geschehen In unseren Köpfen verändert Neue Begriffe die sich lösten Abgebrochen vom Stamm Als wäre noch nichts geschehen Ganz still und leise verändert Und unbemerkt fortgetragen: Hier hat sich etwas verändert Amtsweg Noch geht er seinen Weg, wie jeden Tag schlürft er zum Amt. Ohne Geld trägt er doch schwer Fast unsichtbar fühlt er sich beobachtet Nackt flieht er vor allen Blicken Ist es Hass oder Mitleid in den Augen? Magensäfte füllen seinen Mund Schmerz der wühlt Blut das kühlt Nur manchmal schmerzt der Magen der linke Arm zittert - . Er hält vor den gefüllten Schaufenstern den Blick – dann spuckt er Blut auf den Gehweg. Katze im Hochhaus, Plattenbau Hinter dem Fensterkreuz verpennt der Stubentiger die Sonne kein Windhauch leckt hinter Scheiben sein Fell Auf der Fensterbank tanzt er um die verstaubten Kakteen leckt er seine Kralle und träumt von rattenscharfen Mäusen Nur selten schaut er hinaus, und hinein ins Zimmer zum Tisch mit dem leckeren Katzenmenu, Er wartet auf das Blättchen Petersilie sein Blick durch seine Pupille isst mit! Die verletzte Katze Stock und Dunkel aus der Ecke rann das sämige Blut Hinter dem Verstecke war verborgen gut Eine Katze die miaute Schrie nach ihrem Kind und sonst keine Laute sonst nur leiser Wind Und zu einer Fahndung kam der Polizist Da gibt’s keine Meinung! Erst sehn was da ist! Leuchten sie die Ecke! plötzlich wird es hell und aus dem Verstecke lichtete ein Fell Sehn sie was sich zeigte! aus der Dunkelheit die verletzte Katze Nehmt sie, es wird Zeit! A - Moll Chorgesänge himmlisch Viel Moll Kosmisch, blumenfestlich nach Fug und Unfug Alles Liebe Fis - Dur im Terzakkord amusisch singen und sagen mehrstimmig perfektioniert voller Seele Singen und einstimmen mit cooler Ästhetik Unverwechselbar mehr Harmonien Singen ohne Üben finden die Töne schwer zusammen auf wie viel Moll muss man gefasst sein? Merken – an dem einen Moll, das da Viele sind! Athikte Ich freue mich, das man weiß das man begriffen hat es geht nicht weiter, nichts geht weiter, Schluss es kann nicht weitergehen Nun stehen wir am Rand und schauen unsere Gesichter Jahrtausende haben wir uns nicht gesehen und nun am Ende, am Rand der Weltenscheibe sehen wir uns und tanzen oh meine Zuflucht oh meine Bewegung oh Wirbel ich war in dir draußen, außerhalb aller Dinge Eryximachos, Phaidros, Sokrates, Athikte, Rilke, Valery CIELO himmelsblau Ich habe diesen Himmel mir nicht ausgesucht Den ewig Hohen den unendlich Blauen Es sind schon viele aufgefahren und kamen nicht zurück und auch die untergingen fielen tief. Wer sucht schon selbst den Himmel aus der ständig weint und brüllt und wenn er schlägt mit seinem Zorn Wohin soll ich mich wenden ohne Ort? Nur an den Straßen gibt es Halt doch warten wir vergebens oft Bewegen uns am gleichen Platz ein Leben lang Ich bin nicht unter diesem Himmel Ich bin nicht unter diesem Blau Ich bin ein Stern wie alle dort: hochfern Ein Wolkenstreif am Himmel Ein Wolkenstreif am Himmel kein Lüftchen sonst nur Blau und Gold – Südenseele Augenschließen in der Mitte Ketten rechts und links ein Vogel fliegt – wohin? ich folge der Spur die Bilder lösen sich auf zu Streifen Wolkenstreifen am Himmel ohne Worte, ohne Schrift, ohne Musik Das Geräusch eines fallenden Blattes auf dem alles geschrieben ist Ein Wolkenstreif am Himmel kein Lüftchen sonst Fernstrand Insel des Angekommenseins der Angekommenen – wovon ? vom Angekommenen – Wegsein nur weg: vom Dasein von der Tragödie entgegen dem Sonnenlicht entgegen dem Fruchtwasser Ich komme als Eroberer und ging als Sklave weiß und schwarz Kämest du wieder Kämest du wieder weiße Wolke eines Tages die von Westen nach Osten fliegt Kämest du wieder eines schönen Tages ohne zu wissen im frühen September eines schönen Tages Weiße Wolke kämest du wieder an diesem schönen unendlichen Tag so weiß wie heute jetzt himmelhoch Wie du vorbeiflogst mit Brüdern und Schwestern Erzähle mir vom Gras vom Sand vom Meer Kämest du einmal zurück und erzählst eines Tages Du triffst mich hier wie immer wenn ich nach oben schaue ziehst du vorüber im weißen Kleid deiner Unschuld Ich werde Trauer tragen und Blut wenn du wiederkommst und nie mehr gehen von diesem Platz Mein Herz stand über Dir es war die Sonne Lied des Meeres Woher kommst du uraltes Wehen über Meere Salz und Sand welches Wehen Meerblut Seelen über den Meeren uralter Inselbewohner aus vielen Welten angeschwemmt an Stränden von allen Toden aus den Lüften erzählt aus fremden Häfen das Lied des Meeres dieses Sterns der nun eine Insel Sonnensystem für Ankommende, herausströmende Meer und Insel Unsere Schritte berührten die Insel traten auf diese Karte nahmen vom Land Besitz bis zu den Klippen zu den Schaumkronen der Wellen bis zu den Sternbildern die uns erkannten an unseren Schatten Unsere Schritte klangen über die Insel zu den Bergen im Norden wie ein Lied des Windes der unsere Namen flüstert in die Wipfel der Pinien und den Samen küssten darum lasse es Nacht sein Tag Meer und Insel So bin ich hier So bin ich hier Meer so niemals versunken unter den Stränden unter den Inseln so mein Leben unter dir deinem Sand und deinen Wellen gegen den Fels brandend Ich bin hier so wie du Meer versunken unter mir unter uns – ich bin niemand und du alles was immer mir fehlt Soviel Sand Soviel Sand den ich mit mir trage an meinen Füßen in meinen Strümpfen, meinen Schuhen den ganzen Strand trage ich fort mit mir in meinem Haus Wann bist du Meer ohne Sand ohne Strand von mir nach Hause getragen gebe ich dir zurück und schlage meine Decken aus über dir das du den Sand verteilst soviel Sand den ich mit mir trage Süden meines Südens Im Süden meines Südens unter dem Südenlicht bläst der Wind den Sand an die Strände bis zum Abendrot Leere Blätter fallen unter die Tische ich hebe sie auf und gebe ihnen Herz du aber entkommst einen Flügelschlag Mir wird heiß unter den Worten die schmelzen wie das Eis im Becher Nur das blau des Meeres und Himmels kühlen denn verbrannten Tag Täglich Bild Täglich Bild am frühen Morgen Alles was man wissen muss Wichtigkeiten von Unwichtigkeiten meine täglichen Skandale Und alle Verlierer im Bild eine Anzeige zu Wissen das Deutschland unter Verstopfung leidet während ich unter der Sonne Flüssigkeiten zu mir nehmend meine Winter vergesse Spatzen in den Pinien und die Schwalben kreisen schreiend verschleudere ich meine Zeit und die EU unser Geld All dies könnte ich nicht wissen, ohne täglich Bild am frühen Morgen Hilf mir peitschend ritzt das Meer meine Haut Sterne schneiden ihr Bild in meine Haut Flammen des Meeres brennen meine Haut wie will ich meine Wunden kühlen wie will ich meine Geißeln zügeln wie will ich meine Schmerzen lindern Meine Wunden trage ich in die Nacht Meine Haut halte ich in den Abend Meine Liebe schenke ich dem Meer Wann steigt ein Gott der Liebe aus diesem Meer Warum schmerzt das schwarzäugige Meer Welche Welle kommt mich zu erschlagen Mir zu dir Jenseits des Rufens entsteht das Feld das Feld in der See das wir pflügen das wir pflügen noch ehe wir untergehen unter der See von tiefem Grund finde ich ein Zeichen von dir aus Sand und wir tauschen den Grund mit den Sternen Jenseits des Rufens entsteht dein Licht dein Licht aus dem Glitzern des Wassers dein Glitzern der See in der Abendsonne unter dem Wasserspiegel deiner Seele empfange ich die Funken unseres Himmels und wir treffen uns in Gedanken zu mir und dir Jenseits des Rufens entsteht das Feld das Feld in der See das wir pflügen Flügelschlag Mit einem Flügelschlag war ich in den Lüften jede Spur unter mir werde ich vernichten vom Baum der Aufklärung war mein Ausgang Endlich trug ich den Mut mit meinem Verstand fortgetragen unerklärbar für die Wissenschaft Mit einem Flügelschlag war ich in den Lüften alle Bücher unter mir draußen ist keine Gefahr – wie man mir sagte meine Natur lehrte mich du kannst nicht fliegen hattest niemals Flügel – also nie verloren Mit einem Flügelschlag war ich in den Lüften sicher flog ich über Gräben dann flog ich hinaus aufs Meer hoch hinauf in den Himmel immer der Sonne entgegen sucht man heute noch meine spur sucht mich im Himmel bei den Göttern Zu Gott zurück Heute kehre ich zu Gott zurück im Sommer kehre zurück zu meiner Natur im Staunen Tags bin ich Draußen Abends schließen die Tore der Stadt Gebote einhalten mit einem Gedanken mit einem Wort mit einer Form es ist das Vernünftige es ist das Gebet es kann sein, wir lernen Nichts, Neues Außer Arbeiten und Leiden Kehre ich zu Gott zurück Innern der Muschel Im Innern der Muschel ist die Perle Wer allein ist; ist auch verschlossen ohne Einsicht Alleine Von keinem Anfang her geschrieben er entsteht in der Dunkelheit Im Innern der Muschel ist der Tod gestorben im Innern verschlossen ohne Einsicht alleine von der Muschel gesprochen zeigt ein Glanz im Innern Im Innern der Muschel ist die Geburt Haus der Streite Haus der Götter ohne Einsicht Alleine nur wer kämpft erhellt den Glanz Nakahara Nantenbo I Chiku-ei Katsu o haratte chiri dozezu Bambusschatten berührt die Stufen – aber der Staub wird nicht bewegt Ein Poem auf Schriftrollen mit Kalligraphischem Text edelster Tusche auf feinstem Papier des 83jährigenn Nanten Ausgeatmet aus dem Zenrikushu auf dieses Sein-Lassen des Nichteinmischen alles menschlichen und immerwährendem Hindeuten Fliegen diese Wildgänse über den See ohne den Ehrgeiz, ihre Spiegelbilder unauslöschlich dem Wasserspiegel einzuprägen. Frische klingt aus seinen Worten und seinem Wanderstab des Nantenbaums wiederholt nur die alten Zenschriften wie die Teile des zerbrochenen Kruges die ich lese Nakahara Nantenbo II Tsuki tan-tei o ugatte mizu ui ato nashi Die Kontur des Mondes schwebt auf dem Brunnen – aber im Wasser bleibt keine Spur Aus dem Zenrinkushu schreibt Nantenbo vom Dahintreibenden und Spurlosen Gründete er Zenschulen und folgte Einsichten die er formulierte Der Alte zeigte im Pinselstrich seine Frische und Kraft Und auch das Feuer das in den Augen der Wildgänse widerscheint, vermag diese nicht zu verbrennen Wo ist sein Reim gefunden? An welchem Tag, an welchem Brunnen? Auch mich füllt der Wind mit Freude Sympathie Keine Sympathie zwischen Menschen und Göttern Kein Selbstbewusstsein kein Respekt Wovon könnt ihr mich noch erlösen? Zerfetzt von Gott in Gehirnen Aber das Trauern der Menschen vom Blut trinken und trinken und trinken Käme ich, käme ich zuerst und ihr würdet sagen: zu spät käme ich geschwommen, käme ich geschwommen im Blut das ich unbewiesen in seinem Blut schwimme kein Respekt; kein Selbstbewusstsein keine Sympathie zwischen den Menschen und Göttern abarbeiten und wie sie sich abarbeiten Zerfetzt von Gott in Gehirnen Käme ich geschwommen in Blut Das ich unbewiesen in seinem Blut schwimme verbleibt keine Sympathie Tiefblaues Ledersofa Tiefblau felsengleich steht das Ledersofa, Tiefblau liegt es im Meer des Raums tritt aus der Wand, trat und stand, Kaiserblau schön und schön hatte so viel ertragen, vertragen soviel und still, schweigsam im Raum, Enzianblau gleich und Ausgleich steht dort im Raum das Ledersofa und schweigt von der Haut der gefalteten und getragen die Häute, die Nackten getragen, den Schweiß, den Schweiß ertragen vertragen und Haut und Stängel und Knospen und von den Mündern den Vielen oder allen Zungen, den Zungen war stark und stand, war stark trug alle Schwachen und Schatten der Schwachen und lagen und träumten mit Räuschen und tiefblau liegt es felsengleich, kaiserblau Enzianblau gleich und Ausgleich geliebt von allen Nichtgeliebten, gleich Kaiserblau, schön und schön hatte so viel ertragen so viel Pause bei der Lesung Kind M. H. Freude Kind, Kind, das trat, das trat aus dem Leib seiner Mutter, das Geborene das Kind, das Geborgte, verborgen, geborene, Kind ging durch das Haus, ging, trat durch das Haus, trat in den Garten, den Kleinen, den Kleinen mit Kirschen, Äpfeln und Birnen, trat in den kleinen Garten und war klein das Kind, das kleine Kind, das geboren wurden. Und es gehörte zum Haus, wie seine Mutter und wie sein Vater, zu diesem Haus und in diesen Garten. Der Garten, der trug zu den Kirschen, zu den Kirschen den Äpfeln und Birnen, den Kirchen, Kaninchen im Schnee dazu Indianer und Cowboy im Schnee, im kreidebleichen Schneemund, das Kind trat in den neuen Garten und wurde geholt, wurde geholt aus dem Neuenzarten, dem Garten, zu spät. War zu spät und festgehalten, wurde gehalten im Garten dem Zarten dem Wurzelgarten. Hinzu trat vor das Haus auf die Straße, trat zu den Laternen, war bei den Laternen die aufbrannten am Abend mit Gas, mit Gas, am Abend, am Abend und die Trambahnen, die Trambahnen ja die Straßenbahnen fuhren vorbei, fuhren vorbei und haben alles gesehen, alles gesehen, die Laternen, die aufbrannten, die aufbrannten vom Gas, und das Kind, das Kind und die andere Kinder gesehen, gesehen. Daneben die Tram, die jene Katze überfuhr die jene Katze tötete, tötete. Das Kind und die anderen Kinder die jene Katze verbrannten, verbrannten zum Schutz vor Leichengift und der Hausmeister der Schule und der Winter, der Winter, der fragte und fragte die Katze, die Katze, doch die Katze war nicht mehr, die Katze kam nicht mehr zur Schule, nicht mehr zum Winter. Zu dieser Schule in die das Kind trat, trat, hinein und wieder hinaus, hinein und immer wieder, immerzu, immerzu. Auf dessen Schulhof, diese Linie, diese Linie, die nicht überschritten, weil diese, ja diese, auf dieser Seite, auf einer Seite, die Linie die trennte, Kinder von Kindern das Kind und die eine Seite und Eine, die Einen, ja die Einen von Anderen von einigen Anderen die wieder getrennt waren und wieder sich trennten vom Einen und vom Anderen, ohne Wissen und ohne Verstand trennt und getrennt wie der Himmel darüber und der Hof darunter, der Hof der lag, der Hof der fiel vor der Schule und vor das Kind das fiel, auf dem Hof vor der Schule und es sah hinunter in den Himmel und es kannte und erkannte die anderen Kinder, den Winter und die Schule. Von der Schule zur Straße, der Straße mit dieser Linie, der Linie der Bahn die hin und her fuhr und der Linie des Glaubens derer die glaubten und derer die wussten, die erkannten, diese Linie die keiner sah und jeder wusste die Linie die jeder glaubte. Und das Kind betete, betete im Haus und betete zum Essen, betete zum Aufstehen, betete am Mittag betete am Abend zum Schlafengehen. Da stand das Kind, stand an der Wand, stand in der Ecke, stand, stand und stand, das Gesicht zur Wand. Es lernte, es lernte von der Schule und vom Leben, lernte von Ravensbrück und von den Hitlerjungen, lernte vom Steineklopfen und vom Beamtentum, lernte und lernte und vergaß, vergaß und verdrängte, so vieles Lernen von Himmel und Garten, von Glauben und Schule und dem Ziel zum Priester, zum Kreuz, zum Jesuiten, zum Priester, da stand das Kind, das Kind. Und hart schlug der Winter, der Winter der Schule, hart traf der Winter der Winter der Schule. Und das Kind, was tat das Kind? Es lernte, es lernte durch der Schule und vom Leben, lernte durch Ravensbrück und von den Hitlerjungen, lernte vom Steineklopfen und vom Beamtentum, lernte und lernte und vergaß, vergaß und verdrängte, so vieles lernen von Himmel und Garten, von Glauben und Schule und dem Ziel zum Priester, zum Kreuz, zum Jesuiten, zum Priester, da stand das Kind, das Kind. Das Kind ging hinein ins Haus und hörte draußen die anderen Kinder und es trat hinaus zu den anderen Kindern und so ging es Tag um Tag, Monat um Monat und Jahr um Jahr und es erkannte die Lage. Es erkannte den Stand des Hauses, des Hauses im Süden, im Süden von Süden. Wo von Süden die Paunelle durch den Süden bog in die Stadt, zur Stadt und es sah in die Stadt,, durch die Stadt, es trat an die Brücke, die über der Stadt einen Bogen machte, über der Stadt und über den Gleisen, deren Züge darunter herfuhren in alle Richtungen, in alle Richtungen, die Richtungen der Propheten, der Propheten des Kindes die Richtungen aller Welten Kind sind wir, Kinder sind wir zwischen Himmel und Liebe, Kind auf einem Behälter für Streusand, unten, oben, oben, unten im Paradies am Vorhof von der Brücke bis zum Weiher, vorbei an Bahndamm, an Trasse und Zügen, Feuerzügen und brennenden Ginsterbäumen und Goldregenbäumen und Kohlenrutschen und Kirmes auf den Tennisplätzen, Kirmes immerzu, immerzu Kinderkirmes auf den Plätzen. und Tag und Nacht und Kohle schwarz von Kohlenrutschen, Bahndammrutschen immerzu, immerzu, Messerspiele nach Kanada und erst Kind, erst Bub, erst Knabe, frei zur Liebe, Knabenliebe um Gottes Willen, schauten in den Himmel, zufrieden waren gesund bis dieses eine Mal bei diesen Epidemien, Epidemische Kinderlähmung und Polio als Kind, Kind. Zuhause Witze auf den Tischen, Kriegsgeschichten beider Weltkriege. Schöne Geschichten, keine Trauer trotz der verlorenen Beine und Mittagspausen unter dem Dach auf Brandbomben, alles vorbei, alles friedlich, alles vorbei, alles noch nicht vorbei und noch nicht vorbei Kind, und das spielen von Liebe und erster Erotik und Kennenlernen in Hundehütten und zwischen Brennnesseln, auch sie war Kind, wie das Kind und das Kind wie Kinder geschaffen frei und nackt und erkannten sich, gegenüber und ich und du für einen Pfennig, das Trinken von vergorenem Holunderwein, zu stark für Kinder wie das ausnehmen einer halbverwesten Schildkröte unerreichbar, unerreichbar für das Kind das ihr folgte, ihr folgte schneller, doch konnte das Kind sie niemals erreiche wie den Ort, den Ort, der Straße, des Südens, der Paunelle die es niemals sah, denn sie war tiefer noch, tiefer als das Kind und das Viertel den es nicht verließ und nie verließ, Niemals, niemals verließ, blieb, blieb Bis es stieg aus dem Leib, trat aus dem Leib der Mutter da griff, griff den Nabel, griff die Schere und schnitt, schnitt den Nabel, trennte, trennte das Kind von der Mutter, ging aus dem Haus, trat aus dem Haus, dort stand es draußen, draußen vor dem Haus, auf der Straße. Im Süden. © 2006 MANFRED H. FREUDE Kaffee Satz Ich bestelle Espresso warte ein halbes Leben Hinter mir geht die Sonne auf - am Abend ein Teelicht, im Kaffeesatz erkenne ich mein verlorenes Leben. Ich zahle und sterbe als hätte ich ihn mitbestellt Nichts In meinem Herzen ist Nichts ist was überall ringsum Leere ist was längst verloren keine Mitte kein Halt Verlust und Leere alles was ist in meinem Herzen Nichts Rosenerstottertes höher zu deiner Erkenntnis Rosenerstottertes unsterbliches Wort Lippenverschwiegenes Ungesagtes darfst du mich pflücken Kainblattdorn Blütenkelchoffen im Morgenlicht Knüpftest du den Knoten der Windrose Wer zählt die Blätter Wer zählt die Dornen Wer trägt die Krone des Propheten immer voraus uns der Tod welken in uns die blühenden Gärten mit gespreizten Ästen empfängst du, empfängst du Rosenerstottertes Sagen wir Licht Weiter hinter Büchern Weiter hinter Sternen wer schnarcht ist noch nicht tot Es schweigen nicht die Schlauen Es schweigen nicht die Dummen nur Armut hält den Mund Die Kulturen verschwinden die Kultur verschmilzt nur das Letzte wir erblicken das Sagen wir Licht Traumentflohen Wir entfliehen unseren Träumen Begegnungen Lebensnotwendig zünden verbrannt an allen beschissenen, verregneten Abenden Dauerregen mit Geistesblitzen in den Gehirnen es wissen wollen was du denkst beim Lesen dieser Zeilen Wir entfliehen unseren Träumen liegen im frischen Heu luftgetragen, federleicht mit fallenden Blättern noch nicht im Herbst tragen wir uns mit neuen Gedanken für kurze Zeit laufen und laufen es wissen wollen, was du denkst beim Lesen dieser Zeilen Treten wir alle aus den Spuren wir hatten Glück bis Heute treten den Gockeln in die Eier Hatten wir uns jedoch bewegt klammerten wir uns ans Kreuz die DNA des Christus unter Nägeln Hirten vom Blitz erschlagen Hirtinnen wahnsinnig im Gras Nackt verirren die Schafe Ungeliebte Die Tage werden dunkler die Nächte werden heller Nimm fester dein Kuscheltier du magst nicht uns, nicht mich, nicht dich Dein Herz aus Glas dein Körper fault vor Harm Augenlos irrst du durch Straßen Unvergessen Die Nase im Wind um die Ecke kann ich riechen den Geruch von Ehrgeiz bedeutungslos meiner Meinung gegen allen Wind kann ich sie riechen Aber ich kann sie nicht verstehen kann alles nicht vergessen Wie aber sollte ich ihnen vergeben? Zerbreche Nichts ist was gefällt gefühlt war das Gedicht gelesen was zugleich gehört verstanden das ich nichts verstehe Weltbegegnung Sinnbewusst sein an was geschieht Vertraue nicht Vertrautem noch schönem Gefühl Zerbreche Eis! Zuletzt Außerhalb meines Herzens ist Kälte und Schnee in meiner Seele regnet es ich komme nach Hause Verzweifelt nicht ich folge mit meinem Boot dem Weg den Blättern, Gräsern und Kieselsteinen Als Kinder kannten wir die Schönheit der Schritte folgten dem Frost mit Musik Ob es nun regnet oder nicht in meiner Seele zur Winterstunde außerhalb meines Herzens werde ich mein Zuhause nicht finden höre ich Stimmen im Eissturm, im Schnee Destillation Schwärzer als Apfelkrautrückstand Mesklatlakritzwässerchen klebt es Wo ich hinfasse Wo ich hintrete Stinkend, faul saugt es meinen Atem Rot blüht die Lychnis Vis caria die Pechnelke, die Klebnelke Ein Vogel hockt dabei Warte, warte – doch ich, ich ziehe weiter Jenseits der Brücken mir ist so als jenseits der Brücken dort liege ich bei verschleiertem Licht Ich schlafe an den Brücken der Gedankenflüsse über den Gräbern über den Gräben bei der Bank am Baum auf dem Boden mir ist so als jenseits der Brücken dort liege ich bei verschleiertem Licht werfe mit Steinen dort liege ich von Würmern zertreten Ich schlafe an den Brücken der Gedankenflüsse In dessen Sprache In dessen Sprache du schreibst in wessen Sprache du sprichst sagst aus dem Reinen entsprungenen Wort das du trägst aus dem Quell vom Wasser getrennt zerrissen Sprachs und war so offen stand da und fiel und stieg gesellt zu dem Stein mit den Worten dem Datum dem Letzten und spricht von dem der dort liegt und niemals spricht vom Gesprochenen Schaumkronen Ich trank aus dem Meer das uns wach hielt Ich löschte die Haut mit dem Salz Es leuchtet die Sichel den Kronen meersamenhinauf Es brannte Schweiß in Poren unser Kiel liegt bei den Perlen Es formte Sand sich zu dir und dein Kiel auf dem Grund der Korallen Wir schlürften das Wasser und Feuer Wir tranken das Blut zu den Speisen Es leuchtet die Sichel den Kronen meersamenhinauf Wie friedlich das Meer singt störst du die Wellen tauchst mir die Ruder hinab zu den Schwämmen Es leuchtet die Sichel den Kronen meersamenhinauf und trank aus dem Meer das dich wach hielt Wie wir uns treffen Wie wir uns treffen an Urnen und nennen ein leises Schibboleth hinter hohler Hand Vergessen alle Vorsätze Wen kann es morgen treffen im Glauben stets das Richtige zu tun zu handeln haben wir gelernt aber von wem Das alles haben wir vergessen Psalm 1 Vielleicht ging es uns noch gut wenn wir täten wie die Gläubigen und nicht wie alle Verbrecher wären und nicht spießig oder sich lustig zeigen Vielleicht macht es noch Spaß zu tun was vorgeschrieben und wiederholen was getan sein muss wie Schimmelpilz an feuchter Wand und ständig wiederkommt und geht nicht fort was man auch tut Aber sind die Gläubigen wie Sporen die im Lufthauch ziehen es gibt für den Glauben kein Land oder Verbrecher im Haus Der Himmel aber sieht alles und wer glaubt wird bald wissen Augen auf Gespenstige Ruhe ringsum lautlos bewegt: kein Stein Still und Stille: kein Ton von draußen und drinnen und in den Räumen und Lüften Segeln lautlos die Vögel über Käfigen und Goldnäpfen Keiner steht in der Geschichte keiner liest in den Anfängen Es geschieht was immer war alles bleibt wie es war fühlt ihr das Beben seht ihr die Toten spürt ihr die Welle merkt ihr das Ende langsam bewegt ihr euch würdet ihr die Augen öffnen Kälte Ende Februar II In der Kälte des Alltags fröstelnd und keuchhüstelnd spucken die Lungen auf die Spagettiteller keine Dreisterneküche In der Kälte der Nationalhymne In den Nebeln der Angst Ein Lächeln am Fuß des Lichts Kein Pulsschlag des eigenen Herzens In der Kälte des Atems in der Brust der Lagerstätte deiner Seele wo Worte wie der Widder schwebten Liegen meine Wege der Globallisierung Es brennt Es brennt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Feuer kalt wie Himmel Haut verbrannt von Kalk Gedärme verbrannt von Sünden Das frische Gras genährt von Blut ging durch die Dornen auf Händen wuchs Basaltsteinen entgegen hart von den Stimmen der Augen getroffen Es brennt die Sonne das Feuer die Haut die Sünde Glocken verschmelzen mit Schweigen Sand zählt am Ende die Körner noch ist Zeit gestohlen von Lebenden Sie steht im Raum und schweigt; Sie schweigt von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Es brennt Es brennt Niemand schlägt uns Niemand schlägt uns wieder mit seinen Gedanken schlägt uns wieder, Niemand in Scheiben zersplittert zu Glaskristallen wieder schlägt uns Niemand mit seinen Gedanken diese Töne dunkel in Spiegelsälen mit Nachtsichtgeräten in der Nacht Niemand schlägt uns wieder mit seinen Gedanken Zweiter Stock Wenige Stufen schon gelebt bis zur Türe des Fahrstuhls und wieder alleine Ich bin vorsichtig zweifle nicht, prüfend betrachtend. Sicher ist alles nicht – Objektiv geprüfte Sicherheit subjektiv gefühlte Sicherheit drücke ich erst die zwei Weiß es gibt kein Aussteigen nach oben ist noch alles offen weiß ich, bei drei muss ich springen Wäre das ein schöner Tod Aber glaube mir ehrlich wenn ich dir sagen kann – es geht wieder aufwärts Ich muss aussteigen! Eisiger Vers Erfroren ist mein Vers im Eis wenn er leise spricht und singt fliegt unter Schollen und Schnee in einer anderen Sprache Im Glückskeks meine Sprüche betrachtet durch die Sonnenbrille unter Folien mein Wunderland betritt der Vers den Himmelsgarten Erwarte mein Vers in Frühlingssonne wenn sie sanft über die Blätter fließt fliegt über die Äste und Frühtau in unserer Sprache Schwach Schwache Stellen manchmal blühen Steine sinken hohe Berge alles lässt sich feststellen uns allen bekannt unser schlechthin ist schlechtweg alles Gestein Alle Todesangst der blaue Himmel über uns schwache Stellen manchmal, manchmal blühen Steine, Rosensteine ursprünglich verborgen sich versagend und jene Mitte erstritten Es sind in Wahrheit schwache Stellen unverborgen Das Ende von Etwas Das Ende von Nichts, außer von Etwas von Etwas das wir Zeichen nennen, Bild, Buchstaben folgende Figuren, verschriftet zu Wort von Etwas einer Spur von Be- deutung scheint klar und doch problem- atisch: Bild und Schrift Der sinnvolle Text logisch und ästhetisch erzeugt – Könnte man bestreiten Die Unendlichkeit der Zeit die es bedarf in Anspruch nimmt den Text auszulegen der Anfang und Ende hat Ende von Nichts keine Geburt, kein Tod unsagbar, buchstäblich, unbeschreiblich außer das Ende von Etwas Quellen über den Quellen Quellen über den Quellen überquellend Fundgruben bezugs- lose Überlieferungen Treibhäuser Scheiben- glas be- richtende Phantasien von Einbildungs- Kräften Ein- gebungen Schöpfer- Gaben Quellen über den Quellen überquellend ...alles improvisiert Regen im Fluss Regen im Fluss schlägt feucht Nieder Wassergüsse was nass bewassert klamm bewässert feucht bedröppelt im Wasser- Graben - zieht Kreise einen in einer Minute zwei in zwei Minuten drei in drei Minuten so zählt die Zeit, ver – geht Regen im Fluss schlägt feucht Nieder .....formt Scheinheilig vergangen Fühle Worte nicht es ist kein Gefühl für Sätze weiche und narbte Worte stoßen sich ab Wie Wasser von herzem Stein Wie Wasser von Blau: Genau fühle Worte nicht immer Stromauf - Lachsgleich Worte zu Götterhöhen Trinken auf halbem Wege aus dem bitteren Brunnen - scheinheilig fühle Worte nicht es ist kein Gefühl für Sätze bei den Quellen vergangen Man ist allein, im Leben wie im Leiden Fragmente I Dieser Schrei; dieser erste Weg ans Licht. Das Ende eines ewigen Lebens. Der Wurf: Beginn von Raum und Zeit, in Elend – aus Leiden weggejagt. Verlassen von Schattenwelten Geblendet von dem grellen Licht: das tötet. Einsamkeit von Dunkelheit entronnen. In Ketten aus den Schatten in das Reich des Lichts. Die ewige Schlange die sich ewig windet. Ohne Ende weitertreibt. Der Schrei der Ekel der das Leben scheinbar vorwärts zieht zum Greis. Gern ist Tod im Alter – nichts furchtbarer als dies. Wie kurz ist nur das junge Leben Wie jung noch der schöne Tod Wo noch am Morgen schon das Leben endet Wie schwer ist noch am Abend Leid. Über Erde Efeuranken wenn Heidekraut erblüht. Unter Narben fault das Holz und Fleisch. Dir allein geht das Leben noch mit Ketten Nicht du, nicht wir, nicht ihr. Nein es es geht mit dir und du? Du schweigst Entfliehen - Eskape nicht wovon Keine Griffe an dieser Erde Du musst; so klingt es mir Höre diese Reden Kunst stellt aus Wir sehen fern erhebe mich dann wird gezählt ( Mathematik ) „von Gestern“ sage ich euch alles Zahlen „von Gestern“ Sand rinnt durch meine Finger Das heißt Dasein Ihr redet vor leerem Raum Erwartet Sand, Freiheit, Licht Welten heute, morgen Es ist alles Ich trat aus dem Gedicht vom Balkon aus sah ich die Straße Gläsern fuhren Worte auf und ab kühl rief ich hinunter: kommt rauf übermütig tuschelten sie und kicherten Ich trat ins Zimmer, schloss die Fenster Es ist alles, es will nichts mehr sagte ich setzte mich zum Elend an den Tisch Es ist Zeit Es ist Zeit das sich Gräber öffnen Es ist Zeit das die Toten sprechen Die Zeit die unsere Augen öffnet die spricht zu uns an unseren Tischen Es ist Zeit spricht die Zeit Es ist Zeit weiß die Nacht sie denkt für uns Zeit sie tritt uns zu Es ist Zeit Sisyphos Aussichtslos vom Aussichtslosen die gleichen Handgriffe die gleichen Wege eine Hand dem Berg eine Hand dem Stein Öffnungszeiten immer wiederkehrend innere Uhren von Zugvögeln Alle von uns haben die Gruben begraben wie wir wie die Nachgekommenen Aussichtslos, weil du fragtest Steinverschlossen Gegenüber Wimpernlippen Sprachversteinert Mund in Mund umfangen Lächeln und Lachen verschlossen – unsichtbar öffentliches uneröffnetes Interessenloses Wohl im Krieg des Lebens gefallenes tritt zwischen die Basalte Nichts in Händen nichts im Mund Alles um Alles Die Blätter der Kastanie Die Blätter der Kastanie kräuselten goldbraun den kranken Herbst Die Früchte zerbeulten die Bleche Menschen reagierten allergisch Mein Name ist Freude Ich hob die Kastanie es war eine Eiche Die Welt – ist eine Scheibe Je stärker es dahinter dunkelt spiegelst du dich, erkennst du deine Seele – im Gedicht! Mein Gedicht ist eine Scheibe Mein Gedicht ( als Welt ) ist eine Scheibe ( aus Glas ) Ich bedeute ( durch ) die Scheibe Man erkennt, glaubt, sieht ( Theorie, Wissen ) durch diese Scheibe. Mein Gedicht ( die Welt ) ist - - „das sich in dieser Scheibe Spiegelnde „ ( Doxa, Meinung ) Das Deutbare ist nicht Eindeutig, nicht Begrifflich. Lese meine Gedichte: Reflektiere, bilde die Ausnahme, empfinde, betone. Manfred H. Freude Gedichte Edition Freude das Debüt-Buch Auch die Bücher Buchveröffentlichungen: 1) Keine Genichte Alles Gedichte ISBN: 3-939144-41-X 1. Auflage 2005_12 bei Engelsdorfer Verlag Preis: 9,40 EUR 2) Denkheft und Schriftmal - Merkwerk Gedichte ISBN: 3-939404-67-5 1. Auflage 2006_04 bei Engelsdorfer Verlag Preis: 8,80 EUR 3) Treibsand und Lianen - Gedichte ISBN: 3-939404-64-0 1. Auflage 2006_04 bei Engelsdorfer Verlag Preis: 12,00 EUR 4) Mallorkinische Reise Gedichte Verlag: mb Verlag & Druck, Wallbach (CH) ISBN: 3-86611-189-4 MB Verlag (CH) 14,95 EUR 5) Tödlicher Frieden - Gedichte - Poesie der Ruinen - Nur die Zukunft sehen ISBN: 3-86703-111-8 1. Auflage 2006_09 bei Engelsdorfer Verlag Preis: 15,00 EUR Gedichte Manfred H. Freude LYRIK Autorenlesung Manfred H. Freude vom 27.09.2006 im Haus der Dommusik Aachen Gedichte Gedichte


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